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独逸白鶴手拳法古武術協会

doitsu hakuchuu ti kenpo kobujutsu kyokai – G.H.T.K.A.

Wladimir Olegovič Dexbach Shihan

Владимир Олегович Дексбах

Versuch eines Nachrufes

Tannanbergsthal

Ich habe Wladimir nur neun Jahre lang ein bis zwei mal pro Jahr getroffen, also nicht sonderlich gut gekannt. Wir beide haben uns online wunderbar heftige Diskussionen im Forum geliefert. Ich habe diese Zeit als sehr lustig und bereichernd in Erinnerung. Meiner Meinung nach war er ein richtiges Unikum, mit einem ganz eigenen Charakter, einer eigenen Moral und auch einem eigenwilligen Verständnis von Kampflunst. Er war sehr herzlich und ehrlich und, vor allem, geradlinig.

Vermutlich bin ich ihm 1983 schon unbewußt begegnet, als er auf einem kleinen Turnier kämpfte, welches damals von Wolfgang ausgerichtet wurde (siehe Bild).

Radio Corax

Wladimir war Mitarbeiter des Radio Corax, zweiter Vorstandsvorsitzender und Redakteur der russischsprachigen Sendung Rodina.

Der Sender hat seinen eigenen Nachruf auf Wladimir verfaßt:

Nach schwerer Krankheit ist Wladimir Dexbach von uns gegangen. Mit ihm haben wir einen Freund verloren und den Mentor und Begründer der wichtigsten muttersprachlichen Redaktionen von Radio CORAX, des russischsprachigen Magazins Rodina. Darüber hinaus hat Wladi bei Radio CORAX Verantwortung übernommen, die weit über die eigene Sendung hinausging. Als Vorstandsmitglied und als Schlüsselperson zu den vielen russischsprachigen Menschen in Halle und Umgebung war er als warmer und umtriebiger Mensch gefragt und gemocht.
Wladimir Dexbach hat in den 70er Jahren im Nordkaukasus als Piratenfunker begonnen, sich das Radio anzueignen, in seiner Zeit in Halle in den letzten 25 Jahren etliche weitere Projekte auf den Weg gebracht, die durch eine Tatsache miteinander verbunden waren: die Lust auf das Miteinander vieler Menschen, die Lust auf ein befreites Leben fernab von Profit und Leistungswahn.
Was uns fehlen wird, ist seine Ruhe und seine Kraft, hektischem und schnellem Gehabe entgegenwirken zu können. Er setzte etwas dagegen, wofür vielleicht der Titel einer ersten Sendereihe aus Halle-Neustadt herhalten kann: den Samowar – als Gefäß im Mittelpunkt von Gesprächen, als schier unversiegbare Quelle von Wärme und Begleitung eines anderen, vielleicht russischen Umgangs miteinander, von dem wir lernen konnten.

Wer Wladimir noch einmal hören möchte, kann sich auf Wendefokus.de ein Gespräch mit ihm anhören.

Der Artikel wird mit folgendem Text eingeleitet;

..hatte als 15 jähriger die ersten Erfahrungen als Frequenzbesetzer im Nordkaukasus gesammelt: Er wurde aufgespührt, festgenommen und verbrachte drei Tage in U-Haft. Dexbach zog der Liebe wegen Anfang der 80er von Leningrad nach Merseburg, wo er – trotz Verbots – eine Kampfkunstschule gründete. Dexbach, der wenige Wochen nach dem Interviews verstarb, war viele Jahre Redakteur der muttersprachlichen Sendung „Rodina“ auf Radio Corax.

Hier der das Gespräch:

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