Motobu / Mutubu
本部
Die Insel Mutubu

Mutubu 本部 ist eine Halbinsel, japanisch Motobu hantō in der Region Yanbaru 山原 im Norden Ryūkyū's, mit der Bucht Nagu(u) 名護(市) 〜 ナグ(ー) im Osten, dem Binnenmeer Haneji 羽地 mit Kap Bise 備瀬und der Bucht von Nachizin/Nachijin/Imakijiri 今帰仁(村) 〜 いまきじり im Norden, sowie dem Ostchinesischen Meer im Westen. Die bergige Insel (höchster Punkt Berg Yae / Yē dakī 八重岳, ist amerikanisches Militärsperrgebiet), an dessen Hängen blutige Schlachten, während der amerikanischen Invasion 1945, stattfanden. Es gibt wenige Ebenen und zwei Flüsse Oigawa XXX und Shiugawa 塩川, dieser ist salzhaltig und mit 300 Metern der kürzeste Fluß in ganz Japan.
Das Königreich Fukuuzan / Sanfuku 北山 山北 hatte hier schon seit dem Jahr 1314 seinen Sitz.
Fukuuzan
Während der „Drei-Berge-Periode“ Sanzan jidai 三山時代, die zwischen 1314 und 1336 begann (Tamagusuku 玉城 erbte die Rolle des Insel-Oberhaupts von Eiji 英慈, seinem Vater), gab es drei parallel existierende Königshäuser: Sanfuku („nördlich des Berges (der Insel)“); Chūzan 中山 („mittlerer Berg (der Insel)“); Sannan 山南 („südlich des Berges (der Insel)“). Tamagusuku besaß nicht die Ehrerbietung und Loyalität anderer Fürsten. Fürst Nachizin zog nach Norden baute dort die gleichnamige Burg., ein anderer zog nach Süden. Diese Periode endete 1429 mit der Einigung der Fürsten unter Shō Hashi / Shū Hachii 尚巴志.
Davor bestand die Insel aus verschiedenen Clans oder man könnte vielleicht sagen: Fürstentümer; welche sich mehr oder weniger unter einem Oberhaupt versammelten.
Manche stellen diese Geschichtsschreibung in Frage.
Nach der Vereinigung von Ryūkyū wurde Sanfuku eines von drei nominellen „Stadtpräfekturen“ Fu 府 des Königreichs Ryūkyū ohne administrative Funktion.
Sanfuku war zwar flächenmäßig das größte Königreich, aber landwirtschaftlich unberührt, dünn besiedelt mit Bauern und Fischern und deshalb ziemlich ärmlich, auch stand kein nennenswerter Hafen zur Verfügung. Ein Dschunkenhandel nutzte die kleine Bucht unterhalb der Burg Nachizin 今帰仁城, welche auf einem steil abfallenden Felsvorsprung der Mutubu-Halbinsel thronte. Dennoch florierte der Handel mit teils weit entfernten Ländern, wie Sumatra, Java, und Siam (Königreich Ayutthaya). Als das mittlere Königreich 1372 in eine Tributpflicht der Ming-Dynastie 大明 eintrat, folgte wenig später auch Sanfuku.
Um 1390 starben alle drei Könige in kurzem Abstand. Auf der Insel kam es zu Ausseinandersetzungen und Aufständen infolge der Erbstreitigkeiten, Kaiser Hóngwǔ Dì 洪武帝 starb 1398. Sanfuku, Chūzan, Sannan wetteiferten nun um die Gunst des neuen Kaisers, aber nach elf Jahren Schweigens, wurde nur der Herrscher von Chūzan als König offiziell anerkannt.
Sanfuku war stets eine ernste militärische Bedrohung Chūzan's, 1416 griff dieses an, nachdem drei Anji 按司 Sanfuku's überliefen. Nach dem Fall der Burg Nachizin begingen der König und seine Vasallen Selbstmord.
Nach der Annexion von Fukuuzan ernannte Shū Hachii, König von Chūzan, 1422 seinen zweiten Sohn Shō Chū / Shū Chū 尚忠 zum „Wächter der Burg Nakijin, Sanfuku“ (山北今帰仁城監守; allgemein bekannt als „Wächter von Hokuzan“ 北山監守). Dieses Amt blieb viele Jahre inne, besaß jedoch nur geringe Gesamtmacht, diente aber der Aufrechterhaltung der Ordnung im Norden im Auftrag des Chūzan-Hofes in Shuri/Shuii/Suii 首里. 1665 wurde das Amt von Shō Shitsu / Shū Shichi 尚質 abgeschafft, und der letzte Wächter wurde angewiesen, nach Shuii umzuziehen. um 1725 wurde der Name Sanfuku 山北 zu Fukuuzan 北山 (jap.: Hokuzan) geändert.



